Taiwan will Stromnetz ausbauen
Atomkraft für Taiwans Präsidentin Tsai weiterhin keine Option.
Taiwans Regierung will das Stromnetz ausbauen. Es soll mehr Redundanz in die Leitungssystemen kommen, damit unwetterbedingte Stromausfälle verhindert werden können.
Dafür plane die Regierung derzeit ein Budget von 350 Millionen Euro ein. Zuvor war ein Hauptstrommast in der Nähe das osttaiwanische Kohlekraftwerks “Frieden” wegen starkem Wind amgekippt, was in den vergangenen Wochen zu Stromengpässen geführt hat.
Premier Lin Chuan sagte dazu heute wörtlich: “Der Stromanbieter Taipower hat unserem Wissen nach dem Kraftwerk den Vorschlag gemacht, nicht nur eine Stromleitung, sondern eine zweite redundante Leitung aufzubauen. Dann kommt es bei Problemen mit einer Leitung nicht sofort zu Stromausfällen. Außerdem muss das gesamte Stromnetz robuster werden. Hier wurde in der Vergangenheit nicht genug investiert, daher brauchen wir ein spezielles Programm dafür.”
Arbeiter reparieren derzeit intensiv den beschädigten Strmomast. Präsidentin Tsai Ing-wen bedankte sich bei Ihnen heute in einer Online-Nachricht.
Atomkraft für Präsidentin Tsai weiterhin keine Option
Die Atomkraft ist für Präsidentin Tsai Ing-wen weiterhin keine Option. Industrievertreter hatten heute bei einem Treffen mit Präsidentin Tsai das Wiederhochfahren zweier Atomkraftwerksreaktoren vorgeschlagen.
Die Regierung sehe dazu aber keine Notwendigkeit, da laut Wirtschaftsminister Lee Chih-Kung die Stromversorgung derzeit, von Naturkatastrophen abgesehen, ausreichend sei.
Laut Präsidialamtssprecher Alex Huang komme das Hochfahren von Atomkraftwerksreaktoren nur in Betracht, wenn alle anderen Möglichkeiten der Stabilisierung der Stromversorgung erschöpft sind. Zudem müsse es eine Zustimmung der Öffentlichkeit geben.
Laut Wirtschaftsminister Lee könnten die Atomreaktoren innerhalb von sieben Tage hochgefahren werden. In einer Online-Nachricht bekräftige Präsidentin Tsai Ing-wen heute ihr Interesse am vollständigen Atomausstieg bis zum Jahr 2025. Auch wenn es wegen Ausfällen einzelner Kraftwerke in letzter Zeit zu Stromengpässen gekommen sei, wolle Tsai deshalb nicht am geplanten Atomausstieg rütteln.
Die drei Atomkraftwerke Taiwans haben bisher etwa 20 Prozent des taiwanischen Strombedarfs gedeckt.
Quelle: RTI
- 12.08.2017 | Rubrik: Taiwan | 891 Aufrufe
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