Ägypten deportiert uigurische Studenten nach China
Menschenrechtler sind alarmiert: Uigurische Studierende im Ausland in Gefahr!
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) ist alarmiert: Wie die Menschenrechtsorganisation soeben erfuhr, wurden am Donnerstagabend zwölf uigurische Studenten aus Ägypten nach China abgeschoben. “Wir sind entsetzt, dass die ägyptische Regierung dem repressiven Regime unter Xi Jinping in die Hände arbeitet”, erklärte der Mitarbeiter im GfbV-Asienreferat, Hanno Schedler, am Freitag in Göttingen. “Die Abgeschobenen haben sich nichts zuschulden kommen lassen. In China jedoch drohen ihnen aufgrund ihrer Volkszugehörigkeit und ihres muslimischen Glaubens, aber auch weil sie Anweisungen aus Peking nicht sofort befolgt haben, Schikanen, Inhaftierung und Folter.” 22 weitere uigurische Studenten befinden sich in Kairo zur sofortigen Auslieferung in Polizeigewahrsam.
Ende Januar 2017 haben chinesische Behörden nach Angaben der GfbV damit begonnen, die in China verbliebenen Eltern von im Ausland studierenden Uiguren massiv dazu drängen, ihre Kinder zur Rückkehr aufzufordern – sei es aus Ägypten oder anderen Staaten wie den USA, der Türkei oder Japan. Laut offizieller Darstellung aus Peking sind seitdem rund 90 Prozent der 7.000 bis 8.000 in Ägypten lebenden Uiguren zurückgekehrt.
“Die chinesische Regierung versucht in zunehmendem Maße, ihre politische und wirtschaftliche Macht zu nutzen, um Menschenrechtler selbst im Exil zu bedrängen und zu diffamieren”, kritisierte Schedler. So wurde Ende April 2017 der Generalsekretär des Weltkongresses der Uiguren, Dolkun Isa, auf chinesischen Druck hin dazu gezwungen, das Gelände der Vereinten Nationen in New York zu verlassen. Er hatte am Permanenten Forum für indigene Angelegenheiten teilgenommen.
Pressemitteilung der:
Gesellschaft für bedrohte Völker
Geiststraße 7
37073 Göttingen
- 10.07.2017 | Rubrik: Politik | 121 Aufrufe
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