77 Prozent aller Familien in China sind glücklich
Die Zufriedenheit steigt mit dem Alter, Bildungsniveau und einer stabilen Ehe, wie Experten aus China in einer groß angelegten Studie feststellen konnten.
Die Umfrage unter 6.000 Teilnehmern aus sieben Provinzen und regierungsunmittelbaren Städten wurde letztes Jahr vom China Population Communication Center, einer der Staatlichen Kommission für Gesundheit und Familienplanung angegliederten Institution, und der Chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften durchgeführt.
Annähernd 77 Prozent der Befragten gaben an, in einer glücklichen Familie zu leben. 22 Prozent fühlten sich sogar “sehr glücklich” mit ihren Familien, was gegenüber 2014 einen leichten Anstieg darstelle, wie Yao Hongwen, Leiter des Zentrums, erklärte.
Die Zufriedenheit wurde in zehn Kategorien auf einer Skala von 1 bis 10 bewertet, wobei 10 die größte Zufriedenheit darstellte. Die Antworten befanden sich in den meisten Kategorien größtenteils im Mittelfeld. Insgesamt ordneten sich Chinesen mit einer Zufriedenheit von 6,6 ein.
Laut den Ergebnissen der Umfrage gebe es zwar einen Unterschied zwischen Frauen und Männern, aber keinen großen. Als Gruppe bewerteten sich Frauen mit einer Zufriedenheitsrate von 6,68, während Männer mit 6,52 etwas dahinter zurückstehen.
Menschen in ihrer ersten Ehe bewerteten ihre Zufriedenheit im Durchschnitt mit 6,65, während Geschiedene auf 6,12 kamen und Unverheiratete mit 6,35 dazwischen lagen.
Ein klares Muster scheint sich, aus Alter und Bildungsniveau ableiten zu lassen. Menschen werden mit dem Alter durchschnittlich glücklicher. Die Befragten unter 19 Jahren bewerteten sich mit 6,09, während jene über 80 Jahren ihre Zufriedenheit mit 6,93 angaben.
Auch bei der Bildung herrscht das Prinzip “Je mehr, desto besser”. Menschen mit einer Grundschulausbildung besaßen eine durchschnittliche Zufriedenheit von 6,48, während solche mit einem höheren Bildungsabschluss eine Rate von 6,98 aufwiesen.
Im Allgemeinen waren zudem Stadtbewohner mit 6,67 glücklicher als Landbewohner mit einer Rate von 6,54.
Menschen, die ihre Familiensituation als “unglücklich” bewerteten, waren für gewöhnliche Wanderarbeiter, Opfer von Naturkatastrophen oder lebten in Familien mit nur einem Elternteil.
“Familie ist ein wichtiger Einflussfaktor für die Zufriedenheit. Daher sollte die Regierung ihre Maßnahmen zur Unterstützung von Familien und der Familienentwicklung ausbauen”, sagte Yao am Freitag.
Solche Maßnahmen sollten Wohnungswesen, Bildung, Gesundheitsversorgung, Versicherungsschutz und Altenpflege umfassen, merkte Wang Guangzhou an, Forscher am Institut für Bevölkerungs- und Arbeitsmarktökonomie der Chinesischen Akademie für Sozialwissenschaften. Mit dem sich verlangsamenden Wirtschaftswachstum sollte unterprivilegierten Gruppen, speziell jungen Unverheirateten, die ein ländliches Hukou (Wohnortsregistrierung) besitzen, mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden.
Yao stimmte dem zu: “Familiäre Zufriedenheit betrifft auch die nationale Stabilität. Daher sollte die Regierung Gerechtigkeit – besonders im Bildungs- und Gesundheitswesen – sicherstellen, um damit benachteiligten Menschen zu Wachstum und Entwicklung zu verhelfen.” Familiäre Zufriedenheit sei bestimmt durch eine Reihe von Einflussfaktoren wie Gesundheit, Bildung, Alter, Geschlecht, Familienstand und gesellschaftlichen Angelegenheiten.
Die Umfrage stellte fest, dass aufkommende Probleme wie Umweltverschmutzung und unzureichende Nahrungsmittelsicherheit die familiäre Zufriedenheit ernstlich beeinträchtigen können. Menschen, die eine höhere Toleranz gegenüber Verschmutzung besitzen, bewerteten sich glücklicher als solche, die nur eine geringe Toleranz besitzen. Laut Wang werde sich diese Situation jedoch mit der Umsetzung der im Oktober 2015 verabschiedeten neuen Rechtsvorschriften über die Lebensmittelsicherheit zum Besseren wandeln.
- 30.06.2016 | Rubrik: Gesellschaft | 1555 Aufrufe
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