Taiwans “Südwärts”-Politik rein ökonomisch und nicht politisch
Taiwans Exporte nach China gegenwärtig so groß, dass dafür kein entsprechender Ersatzmarkt vorhanden ist.
Taiwans sogenannte neue “Südwärts”-Politik, mit der engere Wirtschaftsbeziehungen mit Südostasien und Indien angestrebt werden, sei kein Ersatz für die Handelsbeziehungen mit China. Dies gab heute James Huang, der Leiter des für die Förderung der Wirtschaftsverbindungen mit der Region neu eingerichteten Büros in einem Radiointerview bekannt.
Er reagierte damit auf Äußerungen Zhang Zhijuns, des Leiters von Festlandchinas Behörde für Taiwanangelegenheiten.
Zhang hatte die geplante Politik als einen Verstoß gegen wirtschaftliche Grundregeln bezeichnet und ihr keine Erfolgschancen eingeräumt. Taiwans Exporte nach China seien gegenwärtig so groß, dass dafür kein entsprechender Ersatzmarkt gefunden werden könne, so Zhang.
James Huang bezeichnete die neue Ausrichtung als ökonomisch und nicht politisch orientiert.
“Ich möchte mit aller Ernsthaftigkeit erklären, dass die Planung der neuen ‘Südwärts-Politik nicht wegen irgendwelcher Veränderungen der Handelsbeziehungen über die Taiwanstraße erfolgen oder diese ersetzen sollen. Alle wichtigen Länder der Welt engagieren sich aktiv in den ASEAN-Ländern, offen gesagt, arbeitet auch Festlandchina schon länger als wir mit den ASEAN-Ländern zusammen, und ich weiß nicht um wievielfach mehr als wir sie es tun.”
Die “Südwärts”-Politik sei ökonomisch und nicht politisch. Sie sei Industriepolitik. Zhang Zhijun argumentiere politisch, sagte James Huang.
Taiwan weise auf dem südostasiatischen Markt zudem andere Stärken als die Volksrepublik China auf. Taiwan sei stark in den Bereichen Agrar- und Aquakulturtechnik, Schiffsbau, der Informationstechnologie und im Bereich der beruflichen Ausbildung. China verfolge auf anderer Ebene große Infrastrukturprojekte.
Quelle: RTI
- 29.05.2016 | Rubrik: Taiwan | 1195 Aufrufe
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