China heißt den Affen willkommen
Neujahr, das ist in China ein Familientag.
Noch herrscht andächtige Stille, aber noch ist es früh. Es ist der Morgen des 7. Februar. Die meisten Geschäfte haben geschlossen, Schulen und Büros bleiben leer. In jedem Fenster und an jeder Tür finden sich rote Dekorationen, Rot, die Farbe des Glücks. Filigrane Scherenschnitte wechseln sich mit umgedreht aufgehängten fu-Zeichen (福), die Glück bedeuten, ab. Umgedreht werden sie aufgrund einer Eigenart der chinesischen Sprache. Diese ist lautarm, was zu vielen homophonen Begriffen führt (Worte, die unterschiedlich geschrieben werden und unterschiedliche Bedeutungen haben, aber gleich ausgesprochen werden) und der Satz “fu dao le” je nach Zeichenverwendung zwei Bedeutungen hat, nämlich: 1. Das Glück ist angekommen (福到了) und 2. Das Glück ist umgekippt (福倒了). Um das Glück also nach Hause zu holen, werden umgedrehte Schriftzeichen für Glück im ganzen Haus verteilt. An den Straßenecken finden sich Zelte, in denen Feuerwerkskörper je nach Bedarf gekauft werden können, manchmal sogar Kästen, groß wie Umzugskartons mit nur einer Lunte daran. Aber noch ist es ruhig. Nur auf den Straßen herrscht noch emsigen Treiben, denn zum Neujahrsabend möchte jeder zu Hause sein.
Neujahr, das ist in China ein Familientag. Aus allen Ecken des Landes kommt die Familie zusammen, um den wichtigsten Feiertag Chinas gemeinsam zu begehen. Traditionell wird neue Kleidung getragen, gern in rot, denn aus dem alten Jahr soll nichts Schlechtes mit hinüber genommen werden. Kleine Geschenke läuten das Jahr des Affen ein und besonders Kinder freuen sich über die kleinen roten Umschläge, die das Taschengeld gewaltig aufbessern. An diesem Tag steht die Familie im Mittelpunkt. Man trifft sich, kehrt den Staub des alten Jahres aus dem Hof, kocht und isst gemeinsam und genießt das Beisammensein, so, wie es in Deutschland an Weihnachten Tradition ist.
Langsam wird es dunkel, doch jedes Zimmer ist hell erleuchtet. Heute wird die Nacht zum Tag gemacht, denn es heißt die Geister zu Anfang des neuen Jahres zu vertreiben. Die ganze Nacht hindurch bis in die frühen Morgenstunden wird das Knallen, der Böller und Frösche überall zu hören sein. Das bunte Licht der Raketen erleuchtet den Nachthimmel und präsentiert China mit einer einzigartigen Kulisse, denn im Feuerwerken sind die Chinesen wahre Meister. Jedes noch so kleine Restaurant, Hotel, Bar oder Firma gibt sich alle Mühe, die Nachbarn zu überstrahlen, wodurch ein Spektakel entsteht, dass besonders an öffentlichen Plätzen wie beispielsweise dem Houhai See in Peking besonders gut beobachtet werden kann. Um dem neuen Jahr einen guten Start mit auf den Weg zu geben, werden süße Speisen gegessen, denn das neue Jahr muss kräftig gesüßt werden.
Quelle:
CAISSA Touristic (Group) AG
Burchardstraße 21
20095 Hamburg
- 05.01.2016 | Rubrik: Kultur | 1642 Aufrufe
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Alles, was Sie schon immer über den CHINESEN AN SICH UND IM ALLGEMEINEN wissen wollten!China ist in aller Munde. Ob wirtschaftlich, politisch oder – im wahrsten Sinne des Wortes – durch einen Besuch beim »Chinesen um die Ecke«. Doch was wissen wir eigentlich über »den Chinesen« oder die vielen Skurrilitäten im Reich der Mitte?
»Schnell festgelesen, oft zustimmend genickt und immer wieder herzlich gelacht – die ›Alltagssinologie‹ eröffnet dem China-Anfänger tiefe Einblicke in eine unbekannte Welt und bietet auch dem China-Veteranen viele neue Erkenntnisse.« (Dr. Cord Eberspächer, Direktor Konfuzius-Institut Düsseldorf)
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Der Chinese an sich und im Allgemeinen - Alltagssinologie
Autor: Jo Schwarz
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Erschienen im Conbook Verlag, 299 Seiten
ISBN 978-3-943176-90-2