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Drohende Abschiebungen aus China verhindern

Nordkoreanische Flüchtlinge besser schützen.

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat einen besseren Schutz von Flüchtlingen aus Nordkorea gefordert. Nachdrücklich appellierte die Menschenrechtsorganisation an die Behörden des Nachbarlandes Chinas, nicht länger Flüchtlinge aus Nordkorea abzuschieben, da ihnen in ihrer Heimat Zwangsarbeit, Folter, Haftstrafen oder sogar der Tod drohen. Mindestens 15 in chinesischem Gewahrsam festgehaltenen Flüchtlingen droht zurzeit die Abschiebung nach Nordkorea. Zwischen April und August 2017 sind nach GfbV-Informationen 70 nordkoreanische Flüchtlinge aus China in ihre Heimat zwangsweise überstellt worden. “Wer nordkoreanische Flüchtlinge abschiebt, verletzt die Genfer Flüchtlingskonvention, da ihnen in ihrer Heimat wegen “Republikflucht” die Todesstrafe droht. Viele Nordkoreaner fliehen wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und der Unterdrückung ihres Glaubens”, erklärte der GfbV-Direktor Ulrich Delius am Freitag in Göttingen.

Chinas Regierung lehnt bislang jede Aufnahme von Flüchtlingen aus Nordkorea kategorisch ab. Wer illegal über die Grenze nach China komme, verletze chinesisches Recht und sei ein Straftäter, bekräftigte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums Lu Qiang in einer Pressekonferenz am 24. Juli 2017. Zuvor hatte der UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte in Nordkorea, Tomas Ojea Quintana, einen Abschiebestopp für Flüchtlinge aus Nordkorea gefordert. Denn den Abgeschobenen droht in ihrer Heimat ernste Gefahr für Leib und Leben, seit das Ministerium für Staatssicherheit Nordkoreas im Jahr 2010 anordnete, Republikflucht sei ein Verbrechen des Landesverrats, das mit der Todesstrafe geahndet werden könne.

Meist sind es christliche Missionare und Organisationen, die mit einem im Untergrund illegal operierenden Netzwerk die Weiterflucht der Nordkoreaner in sichere Drittländer ermöglichen. So kommen im Norden Thailands jede Woche rund 30 Flüchtlinge aus Nordkorea an. Ihre Zahl steigt momentan stark an. Während 385 Flüchtlinge aus Nordkorea im gesamten Jahr 2016 in Thailand Schutz suchten, waren es in den ersten sechs Monaten dieses Jahres bereits 535 Menschen. Aus Thailand reisen die Flüchtlinge dann meist nach Südkorea weiter, um dort dauerhaft um Aufnahme zu bitten. Auslandsreisen nach China sollten diese Flüchtlinge allerdings zukünftig meiden, da dort nordkoreanische Agenten gezielt versuchen, geflohene Nordkoreaner zurück in den diktatorisch regierten Staat zu verschleppen.

“Wer nordkoreanischen Flüchtlingen in China hilft, ist auch akut in Gefahr”, erklärte Delius. Diesen Fluchthelfern droht nicht nur die Verhaftung durch die chinesische Polizei, sondern auch ernste Gefahr für ihr Leben. So gestand jüngst eine Nordkoreanerin, für den nordkoreanischen Geheimdienst die Aktivitäten des in der Flüchtlingshilfe in China aktiven Pastors Han Chung Ryeol in Changbai City ausgespäht zu haben. Er wurde unter bislang ungeklärten Umständen im April 2016 ermordet.

Pressemitteilung der:
Gesellschaft für bedrohte Völker
Geiststraße 7
37073 Göttingen

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