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China: Auf dem Rücken der Pferde

Ob Grassland oder die Ausläufer der Wüste Gobi, Platz ist keine Mangelware in der Inneren Mongolei.

Hier schienen sie geboren, das ewige und begabte Reitervolk der Mongolen unter ihrem wohl berühmtesten Anführer, Dschingis Khan. Mit traumwandlerischer Sicherheit und Eleganz bewegten sich die mongolischen Krieger auf dem Rücken ihrer Pferde durch die Weiten der Steppe, aber auch durch die bergige Region hin zu China, welches sie zu weiten Teilen eroberten. Auch die Mauer, die zum damaligen Zeitpunkt allerdings noch nicht so stark ausgebaut war, wie sie es heute ist, konnte das reitende Heer nicht aufhalten. Sein riesiges Reich erreichte bisweilen die doppelte Größe des heutigen Chinas und endete vor den Toren Europas. Alle Waren, die sich von China aus auf den Weg ins weit entfernte Europa machten, gelangten auf der Seidenstraße durch das mongolische Reich in den Westen. Die unendlichen Weiten in der Inneren Mongolei sind es auch heute noch, die das Gefühl von absoluter Freiheit bei jedem Besucher hervorrufen und im Ansatz nachempfinden lassen, was das Nomadenvolk unter Dschingis Khan verspürt hat. Ob Grassland oder die Ausläufer der Wüste Gobi, Platz ist keine Mangelware. Bei dieser Weite fühlt man jedoch auch schnell die Unruhe, den Willen, die Weite zu erkunden, zu entdecken, nicht still zu stehen und immer weiter zu ziehen, so, wie es die Nomaden damals mit ihren Jurten oder Gers, den traditionellen Behausungen, taten.

In vereinzelten Stämmen, Großfamilien und Clans, zogen sie umher, bekriegten sich, wenn sie aufeinander trafen oder schlossen Friedenspakte durch Heirat oder Tribut. Erst Dschingis Khan gelang es, das Reitervolk im 12. Jahrhundert zu einen. Geschickte politische Schachzüge und ein ausgeprägtes Gespür für Taktik verhalfen ihm zu einem schnellen Aufstieg zum Großkhan. Als legitimer Herrscher über das mongolische Reich sorgte er für eine bis dahin ungekannte lange Phase des Friedens, die auch unter dem Begriff des “Pax Mongolica” in die Geschichte eingegangen ist. Dieser ist besonders erwähnenswert, da es in dieser Zeit erstmals möglich war, auch große Distanzen weitestgehend gefahrlos zu überwinden. Zudem veranlasste er die Niederschrift eines rechtlichen Kodex, der Jassa, der bis dahin nur mündlich weitergegeben wurde. Auf diesem Gerüst hielt sich ein loser Verbund von Staaten auch nach dem Tod von Dschingis Khan. Die Verwaltung eines so großen Reiches veranlasste den reitenden König dazu, sich niederzulassen. Der Grundstein für Karakorum, die erste mongolische Hauptstadt, war geboren. Heute sind nur noch Ruinen übrig, denn bereits Dschingis Khans Enkel Kublai Kahn wählte Peking als seine Hauptstadt und gründete dort die Yuan-Dynastie, zu deren Kaiser er sich erhob.

Zur Blütezeit des mongolischen Reiches und der Pax Mongolica zeigte das Reitervolk neben ihrer harten kriegerischen Seite auch ihre Toleranz und ihr Interesse an anderen Völkern und Kulturen. Zuletzt gab es in Karakorum und im gesamten mongolischen Reich, christliche, muslimische und buddhistische Einflüsse und Sarazenen und Chinesen hatten sich in der Hauptstadt niedergelassen. Noch heute kann man viele der Tempelanlagen in der Inneren Mongolei bewundern und auch in Ordos, wo das Mausoleum des Dschingis Khan steht, sind die vielfältigen Einflüsse erkennbar. Zwar ist der berühmte Khan nicht hier begraben, aber dennoch herrscht der Glaube vor, dass hier viele seiner Reliquien liegen und diesen Ort zu einer wahren Pilgerstätte machen. Wo genau Dschingis Khan begraben ist, ist bis heute nicht geklärt.

Quelle:
CAISSA Touristic (Group) AG
Burchardstraße 21
20095 Hamburg

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