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Im Herzen des Klosters

In der Provinz Henan, mitten im Herzen Chinas ruht eine Jahrhunderte lange Geschichte, die trotz allem bis heute auf der ganzen Welt auf die eine oder andere Weise bekannt ist.

Milchige Wolkenfetzen drängen sich an den Berghängen entlang und tauchen das Grün des Waldes in eine geradezu mystische Atmosphäre. Knorrige Kiefern, die in abstrakten Formen gewachsen sind und Wind und Wetter trotzen, erheben sich am Wegesrand und säumen den Pfad zu unzähligen stupa, steinernen Relikten des einstigen Zentrums des Chan (Zen) Buddhismus in China. Jahrhunderte lang der Witterung ausgesetzt, haben diese steinernen Türme, die gleichzeitig Grabstätten von Mönchen repräsentieren, nichts von ihrer Anmut und Imposanz verloren. In der Provinz Henan, mitten im Herzen Chinas ruht eine Jahrhunderte lange Geschichte, die trotz allem bis heute auf der ganzen Welt auf die eine oder andere Weise bekannt ist.

Begonnen hat die Geschichte des weltbekannten Shaolin Klosters, das zumeist mit Kampfkunst und hartem Training in Verbindung gebracht wird, vor mehr als 1500 Jahren und hatte zu Beginn keinen kriegerischen Aspekt. Den hat es auch heute nicht, denn das intensive Training verschiedener Kampfstile gilt als Art der Meditation, als Weg zur Stärkung von Körper und Geist. Im Vordergrund steht nach wie vor der Glaube. Begründet von einem indischen Mönch, der auf Geheiß des damaligen chinesischen Kaisers wichtige buddhistische Schriften ins Chinesische übersetzte, siedelten sich schnell weitere Mönche, chinesische wie indische, inmitten der heiligen Berge, am Fuße des Shaoshan an. Das Shaolin Kloster war geboren. Seither ranken sich viele Geschichten und Legenden um dieses Kloster. So soll beispielsweise einst ein Mönch vom Kloster abgewiesen worden sein. Um seinen Willen zu beweisen, ließ er sich in einer nahe gelegenen Höhle nieder und verharrte dort neun Jahre lang in meditativer Haltung. Durch seine Ausdauer ließen sich die Mönche des Klosters überzeugen und nahmen ihn in ihre Reihen auf. Von seiner langen Reglosigkeit derart geschwächt, begannen die Mönche des Klosters, ihren Neuzugang durch körperliche Ertüchtigung und gesunde Verpflegung wieder zu stärken. Dies gilt als der Beginn des Kung Fu, das bis heute Bestandteil des Lebens der Mönche im Shaolin Kloster ist. Einer weiteren Legende zufolge traten die „kämpfenden Mönche“ einst für einen hochrangigen Unterstützer ein und befreiten ihn aus feindlicher Gefangenschaft. Dieser spätere Kaiser stattete das Kloster mit Sonderrechten aus und erhob es so in den Rang, das einzige Kloster zu sein, in dem kämpfende Mönche leben und ausgebildet werden durften. Einige Jahrhunderte später jedoch wurden die Shaolin Mönche von einem Kaiser der Ming-Dynastie nahezu vollkommen ausgelöscht, da dieser sich von deren bedroht fühlte. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Zahl der Shaolin Mönche auf respektable 2500 angestiegen.

Auch musste das Kloster diverseren Versuchen der Zerstörung standhalten, zuletzt im Jahr 1928. Dennoch steht es bis heute und seine rot getünchten Mauern beherbergen immer neue Generationen von Mönchen, die sich dem speziellen Weg dieses Klosters verschrieben haben. In Hallen, die zum Teil mehrere hundert Jahre alt sind, wird fleißig trainiert, sowohl Körper, als auch Geist, denn nur so kann eine vollständige Entwicklung stattfinden und die Wahrheit am eigenen Leib erfahren werden. So zumindest lautet die Lehre des Klosters. Wandeln Besucher heute zwischen den Mauern des Klosters oder im Wald der stupa umher, so begegnet ihnen allerlei. Am bekanntesten ist wohl die Show-Gruppe der Shaolin Mönche, die bereits weltweit ihre Künste präsentiert hat. Jedoch gibt es in der verschachtelten Anlage auch eine Schule für Kalligraphie und Malerei, diverse Klassenräume zum Studium buddhistischer Schriften sowie Gebetsräume. Das Kloster ist sich seiner langen Tradition bewusst und versucht, diese aufrecht zu erhalten. Diverse Bildbände und andere literarische Werke wurden von den Mönchen des Klosters veröffentlicht und der historisch korrekte Wiederaufbau der Anlage wird stetig vorangerieben. Im Herzen der heiligen Berge Chinas ist die andächtige und konzentrierte Ruhe, die das Kloster ausstrahlt allgegenwärtig und zeigt ein vollkommen anderes Bild als jenes, welches nur allzu gern von den Mönchen gesehen wird. Das energetische Training von Körper und Geist bringt die Luft in diesem Tal geradezu zum knistern, ein atemberaubender Eindruck, dem sich niemand entziehen kann.

Quelle:
CAISSA Touristic (Group) AG
Burchardstraße 21
20095 Hamburg

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