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Neue Wohnraum-Vorschriften nach Erdbeben in Taiwan

Bislang haben Rettungskräfte 289 Personen aus beschädigten Gebäuden gerettet.

Das Erdbeben mit einer Stärke von 6,4, das unlängst schwere Schäden in der südtaiwanischen Stadt Tainan anrichtete, hebt die Notwendigkeit hervor, dass Wohnraum regelmäßig Inspektionen unterzogen werden muss, außerdem sind verbesserte Standards für Gebäudesicherheit erforderlich, um bei zukünftigen Erdstößen die Verluste an Menschenleben und Sachschäden so gering wie möglich zu halten.

“Die Bedeutung von Wohnrauminspektionen wird durch den Umstand verdeutlicht, dass 115 der 117 Todesopfer nach dem jüngsten Erdbeben in einem einzelnen Wohnraumkomplex umkamen”, betonte Su Yu-te, ein Sprecher des Architektenverbandes von New Taipei City.

Laut Su wurden durch erste Beweise “tödliche” Mängel in dem Gebäude an den Tag gebracht. “Die Regierung muss die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit in dieser Hinsicht schärfen und strengere Bauvorschriften durchsetzen”, forderte er. “Viele Menschenleben hätten gerettet werden können, wenn diese Probleme bei regelmäßigen Inspektionen ermittelt worden wären und man ein Programm zum Beheben der Mängel durchgeführt hätte.”

Staatliche Statistiken zeigen, dass über 8,6 Millionen Menschen in 2,5 Millionen Häusern leben, die sich in weniger als 10 Kilometer Entfernung von einer aktiven seismischen Verwerfungslinie befinden. Viele dieser Behausungen sind über 30 Jahre alt.

Nach dem Erdbeben vom 6. Februar teilte das Innenministerium der Republik China mit, es würden Zuschüsse geboten für Inspektionen von 2000 Gebäuden, die errichtet worden waren, bevor im Mai 1997 neue obligatorische Bestimmungen über höhere Widerstandsfähigkeit gegen Erdstöße verfügt wurden.

Das Innenministerium verlautete, die sechs Städte Chiayi, Kaohsiung, Nantou, Pingtung, Taichung und Tainan würden Priorität erhalten, da eine neuere Studie des Ministeriums für Wissenschaft und Technologie (Ministry of Science and Technology, MOST) die zentral- und südtaiwanische Region als anfälliger gegenüber starken Erdbeben benannte.

Daneben wird das Wirtschaftsministerium demnächst Ergebnisse einer landesweiten Studie bekannt geben, in der Gebiete ermittelt wurden, die anfällig sind für Bodenverflüssigung.

Tsai Ing-wen, designierte Staatspräsidentin der Republik China, erklärte, ihre Regierung werde nach ihrem Amtsantritt am 20. Mai eine umfassende Prüfung aller Bauten, welche vor 18 Jahren oder früher errichtet oder geplant worden waren, ganz oben auf die Tagesordnung setzen. Sie trat zudem für strengere Aufsichts- und Inspektionsverfahren ein und befürwortete ein koordinierteres nationales Katastrophensystem.

Bislang haben Rettungskräfte 289 Personen aus beschädigten Gebäuden gerettet, aus der Öffentlichkeit liefen Spenden in Höhe von 900 Millionen NT$ (24,29 Millionen Euro) ein.

Länder und Territorien rund um den Erdball boten gleichfalls rasche Hilfe an. Die Regierungen von Japan, Südkorea und den USA boten nach Auskunft des Außenministeriums der Republik China jeweils 1 Million US$, 100 000 US$ und 500 000 US$.

Der Rat für Festlandangelegenheiten (Mainland Affairs Council, MAC) gab bekannt, Spenden, die auf der anderen Seite der Taiwanstraße versprochen worden seien, beliefen sich auf über 73 Millionen NT$ (1,97 Millionen Euro).

Quelle: Taiwan Heute

Anmerkung der Redaktion: Die Republik China, nichtamtlich zumeist Taiwan genannt, ist ein Staat in Ostasien, dessen Gebiet zu über 99 Prozent aus der Insel Taiwan und den ihr vorgelagerten kleineren Inseln besteht. Für die Volksrepublik China ist Taiwan eine Provinz ihres Staatsgebietes. Taiwan selbst sowie Befürworter einer Unabhängigkeit Taiwans bestreiten dies. Taiwan ist die einzige Provinz der 1912 gegründeten Republik China, die sich bis heute unter vollständiger Kontrolle der Regierung dieser Republik befindet. Bis 1971 vertrat die Regierung der Republik China auf Taiwan China bei den Vereinten Nationen und war ständiges Mitglied des UN-Sicherheitsrats.

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