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Immer mehr Firmen aus China investieren im Ausland

China investiert im Januar über 12 Milliarden US-Dollar im Ausland.

Allein im vergangenen Januar haben die Unternehmen aus dem Reich der Mitte über 12 Milliarden US-Dollar in Übersee platziert.

Nach Angaben des chinesischen Handelsministeriums sind Chinas Auslandsinvestitionen im Rahmen der “One Belt, One Raod”-Initiative und der internationalen Produktionskapazitätskooperation rasant gestiegen. Allein im Monat Januar sind die nicht finanziellen Auslandsinvestitionen der Volksrepublik gegenüber dem Vorjahr um 18,2 Prozent auf 12,02 Milliarden US-Dollar angewachsen.

Laut Statistik haben in diesem Januar vor allem die Investitionen in der Fertigungsindustrie stark zugenommen, ihr Volumen umfasst 1,62 Milliarden US-Dollar, was eine Erhöhung von 87,8 Prozent im Vorjahresvergleich darstellt. 51,9 Prozent davon, nämlich 840 Millionen US-Dollar, wurden in der Teilbranche Anlagenbau investiert. Dort erreichte die Zuwachsrate gegenüber dem Vorjahr sogar einen Anstieg von 128,3 Prozent.

In Sachen Auslandsinvestition spielen die Unternehmen in den Provinzen und Städten eine unersetzbare Rolle. In den Jahren 2014 und 2015 betrug ihr Anteil an den Gesamtinvestitionen jeweils 51 Prozent und 66,4 Prozent. Im vergangenen Jahr haben diese Unternehmen insgesamt 78,36 Milliarden US-Dollar ins Ausland investiert – ein Rekordhoch. In diesem Januar haben sich ihre Auslandsinvestitionen gegenüber dem Vorjahr um 175,2 Prozent auf 11,12 Milliarden US-Dollar gesteigert, womit sie 92,5 Prozent der gesamten Auslandsinvestitionen ausmachen.

In Bezug auf das Investitionszielland liegen die USA weiterhin ganz vorne. Dorthin wurden von chinesischer Seite im Januar 1,56 Milliarden US-Dollar investiert – 2,9 Mal so viel wie im letzten Jahr. Hinzu kommen noch in Verhandlung stehende Übernahmen im Wert von mehr als zehn Milliarden US-Dollar.

2016: Rekordjahr für Fusionen und Übernahmen erwartet

Der kombinierte Wert der Fusionen und Übernahmen (F&Ü) chinesischer Unternehmen im Ausland wird in diesem Jahr voraussichtlich einen neuen Rekord erreichen und stärker diversifiziert werden. Chinesische Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen haben in den ersten zwei Monaten von 2016 bereits hochkarätige internationale Investitionen angekündigt.

Der starke Drang chinesischer Unternehmen, durch Übernahmen auf den internationalen Markt vorzudringen, sei auch für die Weltwirtschaft positiv, die auf dem Weg zu ihrer Erholung noch vor großen Hürden stehe, sagte Xing Houyuan, stellvertretender Direktor der Akademie für internationalen Handel und wirtschaftliche Zusammenarbeit, einer Denkfabrik des chinesischen Handelsministeriums.

“Die weltweite Konjunkturabschwächung und die Veränderungen in der globalen Wertschöpfungskette bieten chinesischen Unternehmen die große Chance, für sie wertvolle Assets im Ausland zu erwerben”, sagte Xing. “Jede Branche könnte heutzutage ein Ziel für chinesische Unternehmen sein”, sagte sie und fügte hinzu, dass es in diesem Jahr viele neue Rekorde – einschließlich eines neuen Höchstwerts für Übernahmen im Ausland – geben werde.

Die Kommentare kamen, nachdem eine Reihe von Staatsbetrieben und Privatunternehmen milliardenschwere internationale Übernahmeangebote in den Bereichen Internet und Landwirtschaft sowie Unterhaltungselektronik und Finanzen gemacht hatten.

Am Mittwoch hatte beispielsweis ein chinesisches Konsortium unter der Führung des Beijinger Internet-Sicherheitsunternehmens Qihoo 360 Technology knapp 1,1 Milliarden Euro in bar für den norwegischen Webbrowser-Entwickler Opera Software geboten.

Eine Woche vor dieser Übernahme, nämlich am 3. Februar, hatte das Staatsunternehmen China National Chemical – oder ChemChina – den Schweizer Pestizid- und Saatguthersteller Syngenta für 43 Milliarden US-Dollar erworben. Der Deal war die bisher größte Akquisition, die ein chinesisches Unternehmen im Ausland gemacht hat.

Laut Ren Jianxin, dem Vorsitzenden von ChemChina, werde die Übernahme Syngenta dabei helfen, eine Präsenz in China, dessen Ackerland immerhin mehr als 1,3 Milliarden Menschen ernähren müsse, aufzubauen.

Am 5. Februar hatte eine Gruppe von chinesischen Investoren, angeführt von der Chongqing Casin Enterprise Group, den Kauf der 134 Jahre alten Chicago Stock Exchange (CSE) vereinbart – wobei der Kaufpreis nicht genannt wurde. Die CSE war die erste US-Börse, die von einer chinesischen Firma erworben wurde.

Ende Januar hatte der multinationale Haushaltsgerätehersteller Haier aus Shandong den Kauf der Haushaltsgerätesparte von General Electric vereinbart. Das Unternehmen war den Chinesen 5,4 Milliarden US-Dollar in bar wert. Ein paar Tage zuvor hatte die chinesische Wanda-Gruppe den Kauf des Hollywood-Filmstudios Legendary Entertainment für 3,5 Milliarden Dollar bekanntgegeben.

Die F&Ü-Transaktionen chinesische Firmen in Übersee hatten im vergangenen Jahr ein Rekordhoch von 598 Vorgängen bei einem Wert von mehr als 112 Milliarden Dollar erreicht. Dies meldete Dealogic, der Anbieter einer Online-Finanzplattform.

Obwohl das neue Jahr noch keine zwei Monate alt ist, haben chinesische Unternehmen laut Statistiken der China Daily bereits für knapp 55 Milliarden Dollar weltweit “eingekauft”.

Laut Carol Wu, Partner von PricewaterhouseCoopers (China), habe die Zentralregierung beschlossen, eine aktivere Rolle bei der Erleichterung von chinesischen Investitionen und Übernahmen im Ausland zu spielen, da die Größe und Anzahl der Übernahmen massiv zugenommen habe.

Quelle: People’s Daily

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