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Über 70 Prozent junge Chinesen zur Heirat gezwungen

In China ist nun ein Satz sehr populär: Wenn ein Fest kommt, kommt auch der elterliche Heiratsdruck.

Während des Frühlingsfests ist der Konflikt zwischen jungen Chinesen, die noch ledig sind, und ihren Eltern ein großes Thema.

Laut dem jüngst veröffentlichten “Untersuchungsbericht zum elterlichen Heiratsdruck junger Chinesen” werden mehr als 70 Prozent der Befragten von den Eltern zur möglichst schnellen Heirat gezwungen. Der Druck auf die Jugendlichen zwischen 25 und 35 Jahren ist besonders groß. In dieser Altersgruppe werden 86 Prozent von ihren Eltern oder Verwandten zur Heirat genötigt. Verwunderlich ist es, dass 3 Prozent der jungen Chinesen, die den Heiratsdruck haben, noch jünger als 22 Jahre alt sind.

Der Bericht zeigt, dass die meisten Befragten unter dem Heiratsdruck diejenigen sind, die an einem fremden Ort, meistens in einer Großstadt wie Beijing und Shanghai, arbeiten und wohnen. Die Eltern meinen, dass ihre Kinder nicht so selbstsicher sind und oft unter großem Arbeits- und Lebensdruck in Großstädten stehen. Aber sie wollen nicht zur Heimat kehren und die Chancen in Großstädten nicht aufgeben. Deshalb hoffen die Eltern, dass ihre Kinder eine(n) Ehepartner(in) haben und damit ein stabileres Leben führen können.

Im Vergleich sind viele junge Chinesen der Meinung, dass die Heirat in Augen ihrer Eltern eine wichtige Pflicht ist. Sie wollen nicht nach dem Wunsch ihrer Eltern pflichtgemäß verheiraten, sondern zuerst den richtigen Partner finden und dann verheiraten. Die jüngeren beachten das “Liebes- und Heiratsgefühl”, das ihre Eltern jedoch nicht verstehen.

Statistiken zufolge ist der Prozentsatz der befragten jungen Chinesen unter Heiratsdruck landesweit am höchsten in der zentralchinesischen Provinz Henan (89 Prozent). In der ostchinesischen Provinz Jiangsu werden junge Menschen am häufigsten zur Heirat genötigt (jährlich durchschnittlich zehn Mals). Der Konflikt zwischen Eltern und Kindern wird am meisten von den Befragten aus der südostchinesischen Provinz Fujian erwähnt. Viele junge Männer aus Guangdong suchen eine fremde Frau als “gefälschte Freundin” und bringen sie nach Hause zur Feier des Frühlingsfests.

Dieses Problem stellt nicht nur den Konflikt zwischen jungen Chinesen und ihren Eltern dar, sondern reflektiert auch den Meinungsunterschied zwischen beiden Generationen mit jeweils modernen und traditionellen Gedanken. Laut Experten könnte es nur durch verstärkte Kommunikationen erleichtert und gelöst werden.

Quelle: People’s Daily

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