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Mülltrennung in China alles andere als ermutigend

Fünfzehn Jahre nachdem China in einem Pilotprojekt begann, in acht Städten den Abfall zu sortierten, ist das Ergebnis alles andere als ermutigend.

Die Mülltrennung ist wieder ein heißes Thema geworden, nachdem Städte wie Hangzhou, ein beliebtes Reiseziel in der ostchinesischen Provinz Zhejiang, strengere Durchsetzungsmaßnahmen eingeführt haben. Die alte Frage bleibt jedoch: Werden Strafen funktionieren?

Im Jahr 2000 wurden Peking, Shanghai, Nanjing, Hangzhou, Guilin, Guangzhou, Shenzhen und Xiamen die ersten Städte, in denen ein System zur Mülltrennung eingeführt wurde. In den vergangenen Monaten führten Guangzhou, Shanghai und Hangzhou jeweils Geldstrafen in Höhe von 200 Yuan (30 US-Dollar) für Verstöße gegen die Mülltrennung ein.

Bei den Recherchen einer Zeitung ergab sich, dass von den acht Städten mit einer Mülltrennung lediglich fünf überhaupt Strafen für Zuwiderhandlungen kennen. Doch auch in den Städten, die eine Strafe vorsehen, werden die Gesetze kaum umgesetzt. Seit Hangzhou im Dezember ein Bußgeld eingeführt hat, wurde noch keine einzige Strafe erteilt.

Jedes Jahr investieren die kommunalen Regierungen stark in die Abfalltrennung. Im Jahr 2013 lagen die Kosten in Hangzhou bei 80 Millionen Yuan, wovon 35 Millionen davon verwendet wurden, um Abfalleimer mit getrennten Fächern zu kaufen und kostenlose Müllsäcke zu verteilen. Doch von den 10.000 Tonnen Hausmüll, die jeden Tag in Hangzhou anfallen, werden nur rund 600 Tonnen bearbeitet.

In Hangzhou und Guangzhou erhalten die Bürger kostenlos Plastiksäcke, mit denen der Müll klassifiziert werden kann. Doch die meisten Leute nutzen sie als normale Abfallsäcke. Einige Experten schlagen vor, dass die Bürger die Säcke selber kaufen sollten, andere glauben, dass die steigenden Kosten Menschen mit geringem Einkommen vom Trennen des Abfalls abhalten würden.

Laut Xu Haiyun, einem Fachmann für Abfallsortierung beim China Urban Construction Design Institute, dürfen Investitionen der Regierung nicht die treibende Kraft hinter der Mülltrennung sein. Zudem müssten Kosten und Rendite in Betracht gezogen werden. Eine Reihe von Vorschriften allein sei nicht genug, um das Problem zu lösen.

Andere Experten stimmen Xu bei. Gesetze und Bestimmungen seien leere Worte ohne tatsächliche Durchsetzung. Entscheidend sei auch das staatsbürgerliche Bewusstsein, sagen sie. Insbesondere in der Anfangsphase brauche es ein System aus Anreizen und Strafen.

Quelle: People’s Daily

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