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Raucherquote in China unverändert hoch

Trotz strengerer Gesetzgebung und mehr Aufklärung ist der Tabakkonsum in China nicht zurückgegangen.

Einer Umfrage zufolge ist der Anteil der Raucher noch immer gleich groß wie vor fünf Jahren. Die WHO warnt vor den sozioökonomischen Folgen.

Im Jahr 2010 rauchten 27 Prozent der Erwachsenen in China. Dieser Prozentsatz hat sich in den vergangenen fünf Jahren nicht verändert, wie aus dem Chinese Adult Tobacco Use Survey 2015 hervorgeht, der vom Chinesischen Zentrum für Krankheitskontrolle und Prävention durchgeführt wurde. Die absolute Zahl der Raucher hat sogar zugenommen. 316 Millionen Menschen rauchen inzwischen in China. Im Jahr 2010 waren es noch 15 Millionen weniger.

Gemäß der Studie konsumiert der chinesische Raucher im Schnitt 15,2 Zigaretten pro Tag. Vor fünf Jahren waren es erst 14 Zigaretten. Für die Studie, die am Montag veröffentlicht wurde, befragte das Zentrum für Krankheitskontrolle und Prävention mehr als 15.000 Personen über 15 Jahre in ganz China.

Das Resultat: Über die Hälfte der erwachsenen Männer greift regelmäßig zur Zigarette. Bei den Frauen sind es 2,7 Prozent. Allseitige Bemühungen seien dringend nötig, um die Kampagne gegen das Rauchen voranzutreiben, betont Wang Yu, der Leiter des Zentrums für Krankheitskontrolle und Prävention.

Die Studie brachte jedoch auch Erfreuliches zutage. So sind die Nichtraucher am Arbeitsplatz, in den öffentlichen Verkehrsmitteln und in Häusern heute weniger Passivrauch ausgesetzt als noch vor fünf Jahren. 2010 beklagten sich noch fast 61 Prozent der Nichtraucher über Passivrauch am Arbeitsplatz. In der aktuellen Umfrage sind es nur noch 54 Prozent.

Am stärksten ging der Anteil der Passivraucher in Regierungsgebäuden, medizinischen Einrichtungen sowie Grund- und Mittelschulen zurück. Das gestiegene Bewusstsein für die schädlichen Folgen des Passivrauchens sei der Hauptgrund für diesen Rückgang, erklärt Jiang Yuan, der Vizeleiter des Büros für Tabakkontrolle im Zentrum für Krankheitskontrolle und Prävention.

Der Studie zufolge sind sich inzwischen fast 65 Prozent der chinesischen Bevölkerung bewusst, dass Passivrauchen wie Rauchen zu Lungenkrebs führen kann. Knapp 42 Prozent wissen, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Passivrauchen und Herzerkrankungen gibt. Obwohl beide Zahlen einen Fortschritt gegenüber den Ergebnissen aus dem Jahr 2010 bedeuten, gibt es laut Jiang bei der Aufklärungsarbeit nach wie vor “viel zu tun”.

In der Volksrepublik sterben jedes Jahr über eine Million Menschen an den Folgen des Tabakkonsums. Passivrauchen fordert jedes Jahr weitere 100.000 Tote. “Wenn der Tabakkonsum nicht deutlich reduziert wird, wird er den wirtschaftlichen und sozialen Einfluss auf die alternde Bevölkerung verschärfen und die Wahrscheinlichkeit einer künftigen Konjunkturabschwächung erhöhen”, warnt Bernhard Schwartländer von der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

In vielen chinesischen Großstädten haben die Regierungen öffentliche Rauchverbote erlassen, um den Tabakkonsum einzudämmen. Die Restriktionen für Raucher sind in der Bevölkerung auf ein positives Echo gestoßen. 93 Prozent der Umfrageteilnehmer befürworten das Rauchverbot in Krankenhäusern und Schulen. Beim Rauchverbot in Restaurants sind es immerhin noch 69 Prozent.

Quelle: People’s Daily

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