Menu

Tibetische Flagge auf öffentlichen Gebäuden in Deutschland

In diesem Jahr wird zum zwanzigsten Mal die tibetische Flagge auf Rathäusern und öffentlichen Gebäuden in Deutschland und weiteren europäischen Ländern gehisst.

Am 10. März 1959 erhob sich das tibetische Volk gegen die chinesische Besatzungsmacht. Der Dalai Lama musste fliehen, und der Aufstand wurde blutig niedergeschlagen. Mindestens 87 000 Tibeter kamen ums Leben. Zwischen 120 000 und 150 000 der sechs Millionen Tibeter leben heute im Exil.

Die diesjährige Demonstration der Hamburger Regionalgruppen der Tibet Initiative Deutschland e.V., des Vereins der Tibeter in Deutschland und der Gesellschaft für bedrohte Völker beginnt am Dienstag, den 10. März 015 um 15 Uhr am Museum für Völkerkunde Hamburg, an dem an der Außenwand noch ein großes Banner auf die Ausstellung “Tibet – Nomaden in Not” vom 17. August 2014 – 15. März 2015 hinweist. Die Demonstration führt über die Rothenbaumchaussee, vorbei am Dammtor-Bahnhof zum Gänsemarkt, über den Jungfernstieg und Bergstraße auf den Rathausplatz. Auf der Mahnwache um ca. 16.30 Uhr sprechen Phurbu Königsmark (Verein der Tibeter in Hamburg), Christof Spitz (Übersetzer
S.H. d. Dalai Lama), Hanno Schedler (Gesellschaft für bedrohte Völker) und Helmut Steckel (Tibet Initiative Deutschland e.V., Hamburg).

Die Rednerinnen und Redner werden in ihren Redebeiträgen die Zwangsansiedlung der tibetischen Nomaden, die Selbstverbrennungen, Folter im chinesischen Justiz- und Verfol-gungssystem in Tibet, die ständige Verschlechterung der Menschenrechtslage in Tibet trotz der versprochenen Reformen, die Verletzungen der bürgerlichen und politischen Rechte, die Ausweitung des staatlichen Sicherheitsapparates und die Entwicklungen in der internationalen Gemeinschaft, wozu Statements bei den Vereinten Nationen über die Menschenrechtslage in Tibet gehören. Eine kritische Betrachtung der Menschenrechtslage in Hamburgs Partnerstadt Shanghai wird vor dem Rathaus, in dem der Senat und die Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg tagen, erfolgen.

Helmut Steckel weist anlässlich der Ausstellung “Nomaden in Not” im Museum für Völkerkunde Hamburg (17. August 2014 – 15. März 2015) auf den UN-Ausschuß für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (UN Committee on Economic, Social and Culturel Rights / ESCR) hin, der am 8. Mai 2014 der Volksrepublik China Fragen stellte nach der Vertreibung von über 1,7 Millionen tibetischer Nomaden aus ihrem angestammten Land, der Zwangsansiedlung in “neuen sozialistischen Dörfern”, der Verletzung des Rechtes des tibetischen Volkes auf Nichtdiskriminierung und der Forderung der Tibeter, ihre kulturellen und religiösen Rechte voll wahrnehmen zu können. China beantwortete diese Fragen damit, dass die lokale tibetische Bevölkerung zu 100 Prozent vor der Umsiedlung befragt worden sei und dass das Land nicht mehr den Nomaden gehöre, sondern seit der Gründung der Volksrepublik China dem chinesischen Staate. Tibetische Nomaden können dazu von dem UN-Ausschuss nicht gehört werden. Es ist bekannt, dass China ihnen eine Anhörung nicht erlauben und diejenigen bestrafen würde, die sich dennoch dazu äußerten.

Helmut Steckel macht darauf aufmerksam, dass 1. die tibetischen Nomaden durch die Einzäunung ihrer ehemaligen Weidegebiete ihre gewohnte Bewegungsfreiheit aufgeben müssen, 2. durch die Vertreibung aus dem vertrauten Lebensraum und die Zwangsansiedlung entwurzelt werden, 3. ihre Lebensgrundlage durch Verpflichtung zum Abschlachten des Großteils ihrer Herden verlieren, 4. ihr Hab und Gut zwangsdezimiert wird.

Verbunden mit der rücksichtslosen Ausbeutung der Bodenschätze, der Abholzung von Wäldern und der Errichtung von riesigen Staudämmen verändert sich das Leben der tibetischen Nomaden so radikal, dass das Überleben des tibetischen Volkes und seiner Kultur bedroht ist.

Pressemitteilung der:
Tibet Initiative Deutschland e.V.
Regionalgruppe Hamburg
Kulturhaus Eppendorf
Julius-Reincke-Stieg 13a
20251 Hamburg

© CHINA OBSERVER 2007 - 2017 • All Rights Reserved.

China Nachrichten in deutscher Sprache.

Für den Titel: CHINA OBSERVER nehmen wir Titelschutz nach § 5 Abs. 3 MarkenG. in Anspruch.

Konzeption: dato | Realisierung: pixelpainter | Programmierung: Jo Schwarz | Template basic concept: CodyHouse