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Tibet: Chinesische Polizei feuert auf Demonstranten

Circa 10 Verletzte mit Schusswunden in Kopf und Körper. Verhaftung von Dorfvorsteher Ausgangspunkt des Protests.

Chinesische Polizisten haben am Dienstag, 12. August, im osttibetischen Landkreis Sershul (chin.: Shiqu) das Feuer auf protestierende Tibeter eröffnet und dabei circa zehn Menschen verletzt, wie tibetische Quellen berichten. Bei den Beamten handelte es sich um Angehörige der paramilitärischen Bewaffneten Volkspolizei. In den sozialen Medien zirkulierende Fotos erwecken den Eindruck, erhebliche Schussverletzungen in Kopf und Körper zu zeigen.

Grund für die Proteste sei die Verhaftung eines angesehenen Dorfvorstehers mit Namen Wangdak gewesen, den die Behörden in der Nacht von Montag auf Dienstag in seinem Haus festgenommen hatten. Wie aus der Region stammende Exiltibeter mitteilten, solI Wangdak sich dafür eingesetzt haben, vor Beginn eines lokalen Reiterfests eine traditionelle Zeremonie mit dem Opfern von Räucherwerk und Gebeten abzuhalten, obwohl ein behördliches Verbot erwartet worden war. Nach Auskunft der Quellen könnten auch weitere Konflikte um einen geplanten Empfang für Behördenvertreter und die angebliche Belästigung tibetischer Frauen durch diese eine Rolle gespielt haben. Schauplatz des Geschehens war die Ortschaft Loshu (chin.: Luoxu) in der verwaltungsmäßig zur Provinz Sichuan zählenden Tibetisch Autonomen Präfektur Kardze (chin.: Ganzi).

Als die Nachricht von Wangdaks Verhaftung bekannt wurde, habe sich eine Menschenmenge versammelt, um dagegen zu protestieren. Hinzugerufene Angehörige der Bewaffneten Volkspolizei hätten dann Tränengas eingesetzt und das Feuer auf die Demonstranten eröffnet, so mehrere Exilquellen. Die genauen Begleitumstände der Schüsse auf die Menschenmenge sind nicht vollständig bekannt. Es wird vermutet, dass die Verletzten in das Krankenhaus von Dartsedo (chin.: Kangding) gebracht worden sind. Über ihre Identität und ihren gegenwärtigen Zustand ist nichts Näheres bekannt. Den Quellen zufolge sollen sich Wangdaks Sohn und ein weiterer Verwandter unter den Angeschossenen befinden.

In der Präfektur Kardze hatten Polizisten bereits im Juli 2013 das Feuer auf eine Menschenmenge eröffnet und dabei mindestens zwei Personen durch Kopfschüsse schwer verletzt. Im Jahr 2008 wurden in Kardze mindestens acht Tibeter getötet, als die Polizei auf protestierende Tibeter schoss, die sich wegen der Verhaftung mehrerer Mönche versammelt hatte.

Pressemitteilung der:
International Campaign for Tibet Deutschland e.V.
Schönhauser Allee 163
10435 Berlin

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