Menu

Tibet: Früherer Mönch zündet sich selbst an

Zustand ungewiss. Behörden reagieren mit Verlegung von Sicherheitskräften.

Lobsang Dorje, ein früherer buddhistischer Mönch, hat sich am 13. Februar im osttibetischen Ngaba (chin.: Aba) in der Nähe des Klosters Kirti selbst angezündet. Noch am Morgen hatte er an einem Maskentanz der Mönche des Klosters teilgenommen. Der 25-jährige Lobsang Dorje war tibetischen Exilquellen zufolge offenbar noch am Leben, als er von der Polizei vom Ort des Geschehens weggebracht wurde. Wie Mönche des gleichnamigen Klosters Kirti im nordindischen Dharamsala mitteilten, sei er auf die Ladefläche eines Transporters gelegt worden, sein Körper bedeckt von einer schwarzen Decke. Lobsang Dorje habe sich trotzdem mit aneinandergelegten Handflächen aufgesetzt, die Polizisten hätten ihn jedoch niedergedrückt. “Im Moment wissen wir weder, ob er noch am Leben oder tot ist, noch wohin er gebracht wurde”, so die Mönche im indischen Exil.

Lobsang Dorje wählte als Ort für seine Selbstverbrennung die gleiche Straße in Ngaba, in der sich im Februar 2009 der Mönch Tapey selbst in Brand gesetzt hatte. Dies war die erste in einer Serie von Selbstverbrennungen in Tibet und China, deren Zahl nunmehr auf 127 angestiegen ist. Zuletzt hatte sich am 5. Februar Phagmo Samdup in der Ortschaft Dokarmo im Landkreis Tsekhog (chin.: Zeku) in der Provinz Qinghai (Autonome Präfektur Malho resp. Huangnan) selbst angezündet, wie tibetische Quellen berichteten.

Unmittelbar nach Lobsang Dorjes Selbstverbrennung wurden Einheiten der paramilitärischen Bewaffneten Volkspolizei sowie Spezialkräfte nach Ngaba verlegt. Ngaba liegt in der gleichnamigen Autonomen Präfektur, die verwaltungsmäßig Teil der Provinz Sichuan ist. Lobsang Dorje war bereits in seiner Jugend ins Kloster Kirti eingetreten, hatte diesen Schritt jedoch nach einigen Jahren wieder rückgängig gemacht, um gemeinsam mit seiner Mutter und seinem jüngeren Bruder eine Autowaschanlage im Landkreis Darlag in der Präfektur Golog (chin.: Guoluo) in Qinghai zu betreiben. Vor ein paar Monaten sei er dann in die Region zu seinem Vater zurückgekehrt. Ins Kloster Kirti war er gekommen, um dort am Gebetsfest Monlam teilzunehmen, wie Kanyag Tsering und Lobsang Yeshe, Mönche des Schwesterklosters Kirti in Dharamsala, Indien berichteten.

Pressemitteilung der:
International Campaign for Tibet Deutschland e.V.
Schönhauser Allee 163
D-10435 Berlin

© CHINA OBSERVER 2007 - 2016 • All Rights Reserved.

China Nachrichten in deutscher Sprache.

Für den Titel: CHINA OBSERVER nehmen wir Titelschutz nach § 5 Abs. 3 MarkenG. in Anspruch.

Konzeption: dato | Realisierung: pixelpainter | Programmierung: Jo Schwarz | Template basic concept: CodyHouse