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Streit um die Diaoyu-Inseln hält weiter an

Der japanische Außenminister will auf einer Reise international um Verständnis für den Erwerb der Diaoyu-Inseln werben.

Japanischen Medienberichten zufolge ist der Außenminister Japans, Koichiro Genba, am Montag nach einem Treffen mit dem stellvertretenden US-Außenminister William Burns nach Frankreich, Großbritannien und Deutschland aufgebrochen. Ziel seiner Reise sei es, international für „Verständnis” in der Frage über die Diaoyu-Inseln zu werben. Dazu sagte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Hong Lei, egal, wie Japan weltweit seine Behauptungen propagiere, die geschichtlichen Fakten der illegalen Annexion des chinesischen Territoriums durch Japan könnten nicht verändert werden. In diesem Zusammenhang haben auch französische und deutsche Medien Japan aufgefordert, die Verbrechen während des 2. Weltkriegs einzugestehen.

Frau Dr. Nele Nösselt vom Deutschen Institut für globale und regionale Forschungen äußerte sich dazu vor kurzem in einem Interview mit der chinesischen Zeitung „People’s Daily”. Sie sagte, geschichtlich betrachtet habe China seit mehreren hundert Jahren keine Streben nach Krieg oder Expansion gezeigt. Der Disput hinsichtlich der Diaoyu-Inseln gelte als eine geopolitische Frage. China habe sich dabei immer zurückhaltend verhalten und die diplomatische Kontinuität bewahrt. Der Staat habe keine offensive Haltung demonstriert. Dies kennzeichne Chinas Verantwortungsbewußtsein.

Dr. Nösselt fügte hinzu, nach dem 2. Weltkrieg habe Deutschland seine Verbrechen eingestanden. Zudem habe das Land gemeinsam mit Frankreich und Polen Lehrbücher verfasst, damit geschichtliche Tatsachen und die Wahrheit aufrechterhalten werden konnten. Allerdings gebe es derzeit in Japan zwei Fraktionen, die eine wolle die Geschichte anerkennen, die andere nicht. Gerade rechtsextremistische Kräfte, die eben gegen eine Anerkennung der Geschichte seien, hätten zudem Lehrbücher mit ihrer Version der Dinge finanziert.

Der französische Politologe Pierre Picquart erklärte seinerseits, Japans zwanghafte „Nationalisierung” der Diaoyu-Inseln sei auf keinen Fall die richtige Lösung der Frage. Sie beschädige nur die chinesisch-japanischen Beziehungen. Um eine Eskalation der Streitigkeiten zu vermeiden, sollte diese Frage durch Konsultationen und durch Dialog beigelegt werden.

In einem Bericht der französischen Nachrichtenagentur AFP hieß es, China und Japan seien voneinander bezüglich der Handelsverbindungen stark abhängig. China sei der größte Handelspartner Japans, Japan der dritt- oder viertgrößte Handelspartner Chinas. Die andauernde Kontroverse diene Japan nicht.

Die französische Zeitung „Les Echos” bezeichnete die Diaoyu-Inseln als „empörungserregende Inseln”. Hinter den Streitigkeiten stünden die geschichtlichen Traumata der ostasiatischen Staaten. Ein neues Kapitel nach dem 2. Weltkrieg sei in Asien noch nicht wirklich aufgeschlagen worden. Deutschland habe seine Verbrechen an den Nachbarländern bereut. Allerdings umgehe man in vielen japanischen Lehrbüchern nach wie vor die Aggressionsgeschichte, besonders das Nanjing-Massaker. Dies sei noch immer eine Wunde der Chinesen, so „Les Echos”.

Quelle: Chinabroadcast

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