In Goldabbau-Gebiet in China erlitten mindestens 84 Kinder eine Bleivergiftung
84 Kinder leiden in der südwestchinesischen Provinz Yunnan wegen illegaler Schmelzwerke an Bleivergiftung
Eine Gesundheitsuntersuchung, welche die Behörden im Kreis Heqing in Yunnan angeordnet hat, erreichte bereits 1600 von den 2300 Einwohnern. Die Behörden erwarten, dass sich die Zahl der betroffenen Kinder bis zum Ende der Untersuchung noch erhöht. Alle kranken Kinder befinden sich im Volkskrankenhaus des Kreises Heqing in Behandlung. Die Kreisregierung wird die Behandlungskosten übernehmen, wie die Lokalzeitung Yunnan Information Daily gestern berichtet.
Die Kinder zeigten nur geringe Symptome einer Bleivergiftung, obwohl einige von ihnen über 450 Mikrogramm Blei in ihrem Blut hatten, was beinahe der doppelten Menge dessen entsprich, was noch zulässig ist. Die meisten von ihnen haben nur über Bauchschmerzen und Durchfall geklagt, so der Bericht weiter. Eine Bodenuntersuchung im Kreis ergab, dass sich auf dem Trockenland über 20.000 Milligramm Blei befinden. Dies ist 80 Mal mehr als der landesweite Standard für kulturfähiges Land, sagte Zhu Xueping, Vizedirektor des lokalen Umweltschutzamts.
Die lokalen Behörden machen die illegal Goldgewinnung der Dorfbewohner für die Bleivergiftung verantwortlich. Da durch den Kreis eine massive Goldmine führt, bauen die meisten Dorfbewohner auf eigene Faust Gold ab. Dazu benützen sie eine tödlich giftige Natriumzyanidlösung, welche sie mit dem Golderz vermischen. In einem zweiten Schritt fügen sie Zink hinzu, um das Gold auszufällen. Bei diesem Prozess entstehen Bleidämpfe und giftiger Abfall. Nachdem die Regierung versucht hatte, den illegalen Abbau zu stoppen, haben viele Dorfbewohner damit begonnen, die Auslaugung im Innern ihrer Häuser durchzuführen, hieß es in dem Bericht weiter. Auf diese Weise versuchen sie einer Bestrafung zu entgehen.
Doch die Dorfbewohner vertreten die Ansicht, dass die Vergiftungen von verschiedenen großen Minen im Kreis stammen. Zwei dieser Minen habe nicht einmal eine Lizenz, sagen sie. “Der Rauch von den großen Minen bedeckte alles im Kreis mit Asche”, wurde ein Bauer im Bericht zitiert. Vier lokale Minen mussten bereits den Betrieb einstellen. Sie warten auf eine Expertise, die darüber entscheidet, ob sie für die Zwischenfälle verantwortlich sind.
Bleivergiftungen, welche oft langsam bei einer wiederholten Exposition von kleinen Bleimengen entstehen, können verschiedene Teile der Körpers beeinträchtigen. Darunter auch das Nervensystem, die Fortpflanzungsorgane und die Nieren. Blei ist besonders schädlich für die Entwicklung des Hirns bei Kleinkindern, was zu irreversible Konsequenzen führen kann wie Lernschwäche oder Verhaltensprobleme.
Tags: China, Yunnan, Vergiftung, Kinder, krank, Blei, Goldgewinnung
Quellen:
CIIC

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