Frauen in China werden oft als Drogenkuriere ausgenutzt
Ausländische Drogendealer nutzen immer mehr chinesische Frauen aus, damit diese Drogen nach China einführen.
Die meist jungen Chinesinnen werden als leicht zu manipulieren angesehen und gelten als unauffällig beim Passieren des Zolls.
Ausländische Drogendealer nutzen immer mehr chinesische Frauen aus, insbesondere junge Opfer, damit diese Drogen nach China einführen, gab die Zollhauptverwaltung bekannt. “Eine wachsende Zahl an ausländischen Drogendealern nutzt das Internet als Mittel, chinesische Frauen anzuheuern oder sie hereinzulegen, damit diese Drogen nach China transportieren oder dort in Empfang nehmen“, heißt es in einer Stellungnahme der Zollhauptverwaltung vom Dienstag.
Viele der Frauen hatten afrikanische Männer online kennen gelernt und sich später einverstanden erklärt, Päckchen entgegenzunehmen, die von ihrem “Freund” geschickt worden waren. Was sie nicht wussten, war, dass die Päckchen illegale Substanzen, beispielsweise Cannabis und Heroin, enthielten, so die Zollhauptverwaltung.
Der chinesische Zoll hatte vor kurzem zwei Päckchen aufgespürt, die aus dem Ausland nach China geschickt worden waren, von denen jedes rund vier Kilogramm Cannabis enthielt. Sie waren an zwei chinesische Frauen geschickt worden, die angaben, dass die Absender ihre “Online-Freunde” seien und dass sie nicht gewusst hätten, was in den Päckchen gewesen sei, so die Zollhauptverwaltung.
Der chinesische Zoll hat im vergangenen Jahr über 150 Fälle von Drogentransport per Post und per Sondersendungen aufgedeckt, fast dreimal so viele wie 2008. Mehr als 250 Kilogramm Drogen in den Postsendungen wurden beschlagnahmt und 80 Verdächtige wurden festgenommen, so die Zollhauptverwaltung.
Insbesondere junge Frauen werden von ausländischen Drogendealern als Opfer ausgesucht, nicht nur online, sondern auch offline. Der Zoll in den Städten Guangzhou, Haikou und Shenzhen hat eine Reihe von Drogenschmuggeleien aufgedeckt, bei denen Frauen mit Jahrgang nach 1980 die Kuriere waren, so die Behörden. Junge Frauen werden für Drogentransporte als leicht zu manipulieren oder hereinzulegen angesehen, insbesondere dann, wenn Geld und eine Beziehung mit einspielt. Die Drogendealer glauben außerdem, dass junge Frauen keine auffälligen Ziele von Zollbeamten sind.
Bei einem Fall, der von der Zollhauptverwaltung aufgedeckt wurde, wurde im März 2009 eine 22 Jahre alte Chinesin namens Luo, die in Malaysia studierte, verhaftet, als sie versuchte, mit zwei Koffern mit Drogen durch den Zoll zu gehen. Luo gab an, sie habe sich einverstanden erklärt gehabt, für ihren nigerianischen Kommilitonen die Koffer von Kuala Lumpur, der Hauptstadt von Malaysia, nach China zu nehmen, nachdem dieser ihr 2000 Dollar dafür gegeben hatte. Nach ihren Angaben hatte sie nicht gewusst, dass sie Drogen schmuggelte.

In einem anderen Fall hatte eine 25-jährige Chinesin namens Li nach ihren Angaben im Januar vergangenen Jahres einen Nigerianer namens Frank kennen gelernt, in den sie sich verliebte. Zwei Monate später bat dieser Li, nach Malaysia zu fliegen und “Proben” für ihn abzuholen. Li erklärte, sie habe den Verdacht gehabt, dass es sich bei den so genannten Proben um Drogen handeln könnte, aber willigte in die Bitte ein, da sie ihren Freund liebte und er ihr 10.000 Yuan für ihre Hilfe angeboten hatte. Li wurde vom Zoll verhaftet, sobald sie mit den Sachen für ihren Freund zurück nach China kam.
Der chinesische Zoll hat vergangenes Jahr während seiner Kampagne gegen Drogenhandel über 2.110 Kilogramm Drogen beschlagnahmt, ein Anstieg von 150 Prozent im Jahresvergleich. Der Zoll deckte vergangenes Jahr 15 Fälle auf, bei denen jeweils über zehn Kilogramm Drogen im Spiel waren, und ließ 506 Fälle von Drogenschmuggel auffliegen, ein Anstieg von 34 Prozent im Jahresvergleich. Die Behörden verhafteten außerdem 553 Verdächtige, acht Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor.
Tags: China, Drogen, Frauen, Drogenkuriere, Opfer
Quellen:
CIIC

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