Taiwan: Auf dem Scheideweg zur Unabhängigkeit oder Vereinigung mit China?
Der “Exekutiv-Yuan” Taiwans führte eine Befragung zur „Öffentlichen Meinung zu politischen und ethnischen Themen“ durch.
Ein Jahr nach der Wahl Ma Ying-jeous zum Präsidenten führte die „Kommission für Forschung, Entwicklung und Evaluation des Exekutiv-Yuans“ eine Meinungsumfrage mit 15 Fragen zu Themen wie dem politischen Interesse, oder, was dieses Jahr ein Novum ist, ob sie sich als Taiwaner oder Chinesen fühle, durch.
Seitdem Ma am 20. Mai 2008 als Präsident ins Amt getreten ist, hat er einen neuen Weg für Taiwans politische Geschicke eingeschlagen - ein Weg der mehr oder weniger direkt zu China führt. Von neuen Handelswegen zum Festland Chinas bis hin zum Vorschlag, die traditionellen Langzeichen des Chinesischen durch die von Mao Tse-tung eingeführten Kurzzeichen abzulösen, versucht er Taiwan auf verschiedenen Wegen zu sinisieren (”Chinesisch-machen”) und seinen eigenen, chinesischen Abdruck zu hinterlassen. Das Volk dagegen hat eine andere Sicht der Dinge, was das Ergebnis dieser Befragung zeigt.
Dieses Jahr ist die Mehrheit der Befragten (49,3%) nicht mit der Regierungspartei „Kuomintang“ (KMT) zufrieden und weniger als 50% sind zufrieden mit der Demokratie in Taiwan. Auf die Frage hin, wie sehr sie sich für Politik interessieren, teilten sich die Befragten in zwei gleichgroße Lage zu je ca. 47% auf.
Am ausschlaggebendsten ist die letzte Frage, ob sich die Befragten als Taiwaner, Chinesen oder gar beides sehen, antworteten 64,6%, dass sie Taiwaner seien, nur 11,5% empfinden sich als Chinesen und 18,1% zählen sich zu beiden Ethnien. In der Vergangenheit stieg die Akzeptanz der taiwanesischen Identität unter den Bürger Taiwans von 16,7% im Jahr 1992 auf 45% im Jahr 2000.
Dieses Ergebnis überrascht die jetzige Regierungspartei. Wenn zuvor Diskussionen oft in ereignislosen Identitätsdiskussionen endeten, zeigt nun das Volk eine eindeutige Meinung. Sie ist nicht zufrieden mit der Politik Ma Ying-joues, der die Bevölkerung Taiwans künstlich sinisieren will. Kooperationen und unvorteilhafte Handelsverträge (ECFA) mit China gehen Hand in Hand mit der Verwandlung Taiwans in einen Polizeistaat (AI Statement) mit sich langsam ausbreitender Zensur (IFJ Bericht).
Eingereicht von:
Formosa Verein für Öffentlichkeitsarbeit Europa (FAPA Europa)
Kartaeuserstrasse 114
79104 Freiburg
Tel. +497612111313
In Kooperation mit:
European Federation of Taiwanese Associations (EFTA)
Tags: China, Taiwan, Umfrage, Ma Ying-joue, Sinisierung, Identität, Unabhängigkeit
Quellen:
Umfrage Ergebnisse des Exekutiv-Yuans
Taipei Times
Amnesty International Public Statement

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