»Chiang Kai-shek Gedächtnishalle« wird zurückbenannt
Die “Chiang Kai-shek Gedächtnishalle” in der Hauptstadt Taiwans wurde am 20. Juli zurückbenannt und das Erbe eines Diktators wiederhergestellt.
Im Schatten der World Games in Kaoshiung wurde gestern -morgen um 8:10 Uhr von der seit einem Jahr wieder amtierenden Regierungspartei Kuomintang (KMT) die Inschrift der ehemaligen “Demokratie Gedächtnishalle” entfernt und der alte Name der “Chiang Kai-shek Gedächtnishalle” angebracht. Die Halle wurde für 24 Stunden für “dienstliche Angelegenheiten” abgeriegelt und von 900 Polizisten überwacht. Im Vergleich hierzu wurde die vorherige Umbenennung von lediglich 30 Polizisten überwacht.
Zwei Jahre zuvor hat das Ministerium für Erziehung der damaligen Regierungspartei “Demokratische Fortschrittspartei” (DPP) die Vergangenheitsbewältigung des Inselstaates vorantreiben wollen und die dem Generalissimo Chiang Kai-shek gewidmete Gedächtnishalle umbenannt. Dieser Akt fand damals keine Zustimmung im Parlament, welches eine Mehrheit an Kuomintang-Mitgliedern hatte; wie das Ministerium allerdings verlauten ließ, war diese Zustimmung auch nicht nötig, da die Gedächtnishalle unter der Zuständigkeit des Ministeriums lag. Bis zum heutigen Tage leugnen die Mitglieder der Kuomintang die Verbrechen und Morde, die durch Chiangs Diktatur begangen worden waren.
Chiang Kai-shek kämpfte zusammen mit Sun Yat-sen für eine vereinte Republik China, gegen die Ching-Dynastie und später gegen die Kommunisten Maos und die Japaner. Denen erlag er im Jahr 1949 und floh daraufhin mit seiner gesamten Regierung nach Taiwan, welches er 1945 besetzte – ein Schritt der rechtlich internationalen umstritten ist aber dennoch den Status Quo Taiwans bestimmt.
Der Generalissimo ist berühmt-berüchtigt für seine Vergehen in Taiwan. Seit dem Massaker am 28. Februar 1947, bei dem die einfache Bevölkerung Taiwans gegen die ungerechtfertigte Strenge und Ausbeutung durch die Partei Chiang Kai-sheks der KMT protestiert und vom Militär Chiangs brutal niedergeschlagen wurde, herrschte bis 1987 das Kriegsrecht in Taiwan. In dieser Zeit sind 25.000 Bürger Taiwans durch die Regierung ermordet worden - sie ist auch bekannt als “Weißer Terror”.
Die 33.000 Dollar teure Inschriftsänderung wurde durch die hohe Anzahl an Polizisten von nur wenigen Demonstranten begleitet, welche Kopien der Exekutionsbefehle Chiangs Kai-sheks zeigten. Unter ihnen waren zwei buddhistische Mönche und Peter Wang, ein Vorstandsmitglied der “Taiwan Nation Alliance”. In einem Interview mit der Taipei Times sagte Peter Wang: “Wenn die KMT wirklich glaubt, dass was sie da tun rechtschaffend ist, warum müssen sie dann die Inschriftänderung wie ein Dieb in der Nacht durchführen?”
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Tags: Taiwan, Polizei, Demonstranten, Chiang Kai-shek, Inschrift, Vergangenheitsbewältigung
Quellen:
Taipei Times
Nationale Chiang-Kai-shek-Gedächtnishalle
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