China verabschiedet Gesetz über geistige Gesundheit

In China leiden etwa 100 Millionen Menschen an verschiedenen geistigen Krankheiten. Davon sind zirka 16 Millionen schwer psychisch krank.


Am Freitag hat der Ständige Ausschuss des Chinesischen Nationalen Volkskongresses das Gesetz über die geistige Gesundheit verabschiedet. Das Gesetz bezieht sich auf die großen Probleme des Landes in diesem Bereich. Klare Anforderungen zur Förderung der psychischen Gesundheit und zur Vorbeugung von geistigen Krankheiten sind darin verankert. Gleichzeitig wird das Diagnostizieren, die Behandlung und die Rehabilitation von geistigen Krankheiten streng standardisiert.

Einer Untersuchung zufolge leiden in China etwa 100 Millionen Menschen an verschiedenen geistigen Krankheiten. Davon sind zirka 16 Millionen schwer psychisch krank. Dies gilt nicht nur als ein großes Problem der öffentlichen Gesundheit, sondern auch als ein folgenschweres soziales Problem. Jedoch hat man dieser Angelegenheit in den letzten Jahren zu wenig Beachtung geschenkt. Das 1986 erbaute Beijinger Huilongguan Krankenhaus ist die größte Behandlungsstätte für psychische Krankheiten in ganz Asien. Der Vizedirektor des Krankenhauses, Wang Shaoli, erklärt, dass es eine Vielzahl von geistigen Krankheiten gebe und die Behandlung selbst nicht das wichtigste sei.

„”Geistige Krankheiten” ist nur ein Oberbegriff. Dazu gehören zum Beispiel Schizophrenie, Depressionen, schwere Schlaflosigkeit sowie Tabak- und Alkoholsucht. Falls die Krankheiten nicht frühzeitig erkannt und behandelt werden, könnten sie bei den Patienten schwere psychische Probleme hervorrufen. Unter diesen Umständen ist die Vorbeugung und Früherkennung noch wichtiger als die Behandlung.”

Gemäß dem neuen Gesetz gilt das Prinzip, sich freiwillig in medizinische Behandlung begeben zu können. Die Diagnose sowie die Notwendigkeit einer stationären Behandlung muss jedoch von einem Psychiater bestätigt werden. Gleichzeitig wird im Gesetz festgesetzt, dass die Würde sowie die Körper- und Eigentumsrechte der psychisch Kranken nicht verletzt werden dürfe.

Auch der Generalsekretär der chinesischen Studiengesellschaft für Psychologie, Yang Fude, betont, dass das Gesetz einer Gewährleistung der legitimen Rechte und Interessen der Erkrankten diene.

„Geistig Kranke haben wie andere Menschen auch Recht auf selbständige Wahl und Entscheidung. Das Diagnostizieren, die Betreuung und die stationäre Behandlung müssen auf umfassender Freiwilligkeit basieren. Das heißt, der freiwillige Erhalt von Betreuung und Behandlung gilt als ihr größtes Recht. Es ist auch der wichtigste Bestandteil einer Behandlung.”

Angaben zufolge wird das Gesetz am 1. Mai 2013 in Kraft treten.

Quelle: Chinabroadcast

ChinaObserver