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Ende der Ein-Kind-Politik in China ?

Aus heutiger Sicht ist die Gesetzgebung rund um die Ein-Kind-Politik ein Relikt aus der Vergangenheit das mehr ökonomische und soziale Probleme schafft als löst.

Chinas Ein-Kind-Politik ist nicht nur ein massiver Eingriff in die Privatsphäre und das Selbstbestimmungsrecht der Menschen, sondern sie wird von Menschenrechtlern auch für millionenfache pränatale Morde verantwortlich gemacht. Da sie zu einer überdurchschnittlich hohen Abtreibung der weiblichen Föten geführt hat sprechen sie im Zusammenhang mit der Ein-Kind-Politik sogar von einem so genannten Genderzid - dem systematischen Töten der Angehörigen eines spezifischen Geschlechtes.

Befürworter in Peking verweisen hingegen darauf, dass die Ein-Kind-Politik die Geburt von bis zu 400 Millionen Menschen verhindert und somit eine enorme Überbevölkerungskrise in der Volksrepublik abgewendet habe.

Ein überflüssiges Relikt aus der Vergangenheit

Wie man es dreht und wendet: aus heutiger Sicht ist die Gesetzgebung rund um die Ein-Kind-Politik ein Relikt aus der Vergangenheit das mehr ökonomische und soziale Probleme schafft als löst. Die Fertilitätsrate liegt in China nun schon viele Jahre unter der natürlichen Reproduktionsrate von 2,1 (aktuell laut Weltbank: 1,598 Kinder je Frau), so dass in der Volksrepublik eine Überalterung der Gesellschaft zu erwarten ist.

Gesellschaftliche Probleme schafft auch der massive Männerüberschuss: es gibt etwa 43 Millionen mehr Chinesen als Chinesinnen, so dass im Reich der Mitte viele Millionen Männer ohne Ehefrau auskommen müssen. Manch ein Sozialwissenschaftler warnt schon davor, dass dieses Heer an frustrierten Junggesellen die Bereitschaft zu gewaltsamen Unruhen steigert und auf lange Sicht sogar eine aggressive Haltung Chinas in der internationalen Politik bewirken kann. Chinas neue Machthaber wären also gut beraten der Ein-Kind-Politik ein Ende zu setzen oder zumindest der jüngsten Empfehlung der regierungsnahen China Development Research Foundation (CDRF) zu folgen und sie durch eine Zwei-Kind-Politik abzulösen.

Quelle: emfis

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