Hoch geachteter tibetischer Mönch aus Amdo erliegt der Folter
Als die chinesischen Behörden ihn nach 6 Monaten Gefängnis seiner Familie überließen, war er bereits in einem sehr schwachen Zustand.
Am Sonntag starb ein verehrter tibetisch-buddhistischer Mönch, der sich für die Rechte der Tibeter eingesetzt hatte, an den Folgen der schweren Folterung, die er in der Haft erlitten hatte.
Wie die tibetische Schriftstellerin Woeser mitteilte, erlag Geshe Tsultrim Gyatso, 51, den Verletzungen, die er seit seiner Festnahme in der TAP Tsolho (Hainan) im Juli 2011 erlitten hatte. Unter Berufung auf Quellen vor Ort fügte sie hinzu, Tsultrim Gyatso sei nicht mehr für Arbeit einsatzfähig und sehr gebrechlich gewesen, als die Behörden ihn vor wenigen Tagen seinen Angehörigen übergaben.
„Ende Dezember brachte man ihn wegen der ihm im Gefängnis beigebrachten Verletzungen in ein Krankenhaus, aber dann überließ das Krankenhaus ihn seinen Angehörigen, weil er in einem hoffnungslosen Zustand war. Er verschied ganz plötzlich am 22. Januar zu Hause“ (1).
Die chinesische Polizei in Qinghai teilte RFA auf eine Anfrage mit, der Fall Gyatso sei ihnen unbekannt und sie seien nicht schuld an seinem Tod: „Wir sind niemals verantwortlich für den Tod eines Häftlings, der außerhalb der Haftanstalt erfolgt. Wir handhabten schon viele Fälle von Inhaftierung und Freilassung, aber von diesem hier wissen wir nichts“.
Die chinesische Polizei hatte Gyatso im Juli letzten Jahres in der Provinz Haidong der Provinz Qinghai ins Gefängnis geworfen, nachdem er im Juli an einer Schule im Bezirk Trika einen Vortrag gehalten hatte.
Woeser zufolge wurde Gyatso 2006 auf die Liste der „Verdächtigen“ gesetzt, nachdem er 2006 die vom Dalai Lama geleitete Kalachakra Zeremonie in Indien besucht hatte. Er hat auch Reden gehalten und sich im März 2008 an einer friedlichen Demonstration beteiligt. 60 Mönche riefen damals Parolen für ein freies Tibet und stellten Portraits des Dalai Lama zur Schau.
Tsultrim Gyatso spielte auch eine führende Rolle bei der Erhaltung und Förderung der tibetischen Sprache und Kultur.
(1) Der tibetischsprachigen Website „TibetTimes“ zufolge färbte sich Geshe Tsultrim Gyatsos toter Körper ganz schwarz, was den Verdacht erweckt, daß er vergiftet wurde.
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Tags: China, Tibet, Mönch, Polizei, Haft, Folter, Tod, Proteste
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