Merkel in China
Die Bundeskanzlerin besucht China und bereitet den Gegenbesuch der chinesischen Führung vor, der zur Eröffnung der Hannover Messe erwartet wird.
China ist Partnerland und zunehmend auch als „Investor“ interessant. Wenigstens auf dem Papier. Vorbei sind die Tage, in denen einige „Einzeller in politischer Funktion den deutschen Kapitalmarkt vor gefährlichen Staatsinvestitionen“ schützen wollten. Schön wär`s, wird mancher Landesbänker anmerken, wenn heute überhaupt jemand käme. China wird es jedenfalls ohne weiteres nicht sein. Nicht wegen der eigenen Stärke, sondern aus Furcht um die eigenen Ressourcen.
Rechtzeitig zum Besuch gibt es allerdings etwas Bewegung, wobei vorauszuschicken ist, dass chinesische Investitionen im Ausland bisher entweder „Versuchscharakter“ hatten oder aber strategisch aufgestellten Unternehmen den Absatz sichern sollten. Die Ergebnisse sind bisher kaum zufriedenstellend.
So wird die deutsche Traditionsfirma „Putzmeister“ womöglich durch Chinas größten Baumaschinenhersteller übernommen. Ein hochinteressanter, weil wirklich nachhaltiger Investitionsansatz. Putzmeister ist eine Größe und wird das Angebot chinesischer Baumaschinenhersteller auf dem Weltmarkt weiter untersetzen.
Weitere Aktivitäten Chinas jenseits des Bekundens guten Willens sind sicher nicht zu erwarten. Ablenkungspropaganda gehört zu den Stärken Chinas. Das Prinzip „Schlachte die Hühner, erschrick die Affen“ funktioniert auch umgekehrt. Da solle niemand sagen, man sei unwillig und nicht kooperativ. Nur werde man selbst bestimmen, in welchem Maße Entgegenkommen infrage kommt. Das war so und wird so bleiben. So sind sie halt. Unsere Chinesen.
China wird freundlich darauf verweisen, für wirtschaftspolitische Stabilität einzutreten, um den Welthandel zu fördern. Das chinesische Angebot, etwa in Afrika gemeinsam zu agieren, wird entweder gar nicht erst verstanden oder wie bisher einfach überhört. Zu weiteren Ergebnissen oder Neuerungen wird das Treffen in China jedoch nicht führen. China wird sich in der Iran-Frage ebenso wenig kompromissbereit zeigen wie in der Syrien-Frage. Und andere Themen jenseits der Euro-Stabilität wird die deutsche Delegation kaum verarbeiten können. Und diese“ Stabilität“ ist ein Thema für sich. China wird den Euro und den Dollar weiterhin stützen, um sich den Absatz nach den USA und Europa zu sichern. Dies folgt aus allein Gründen der nötigen Stabilität. Abhängigkeiten müssen minimiert, nicht fahrlässig erweitert werden. Eigene Reserven müssen erhalten, nicht aber frühzeitig geopfert werden. Und warum sollte man die vielen Dollars nicht genau zu dem Zweck einsetzen, zu dem sie bisher immer eingesetzt wurden: Zur Sicherung der Rohstoffbasis. Es ist doch sehr viel angenehmer, wenn man als Chinese das Geld der Amerikaner ausgibt zumal die nicht mehr wissen, woher sie es nehmen sollen. Immerhin eines darf als Erfolg der Reise vermerkt werden: Die Stimmung in China bleibt freundlich und im Gegensatz zum „Suppenkaspar“ gilt die deutsche Kanzlerin als einzig verlässliche Größe im „Zwergentheater“. Diese darf man nicht gefährden, wenn es um die Stabilität Europas geht, das als wichtiger Puffer zwischen den militärischen Schwergewichten dringend benötigt wird. Auch dann nicht, wenn man sie eigentlich nicht mag.
Autor:
German Global Trade Forum Berlin
RA Eberhard J. Trempel
Burggrafenstr. 3
10787 Berlin
Tel. 030-212486-0
Tags: China, Deutschland, Besuch, Merkel
Quellen:
German Global Trade Forum Berlin

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