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Montag, der 21.05.2012

Auf der Jagd nach dem Grauen Star - Ein Schweizer in Tibet

china observerBruno Gremion vom Schweizerischen Roten Kreuz kämpft seit 2006 in enger Zusammenarbeit mit lokalen Fachkräften gegen die Augenkrankheit.


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Bruno Gremion hat Umweltwissenschaften studiert. Seit 1998 ist er beim Roten Kreuz tätig. Im Auftrag seines Arbeitgebers hat Gremion schon an Projekten zur Verbesserung der medizinisch-hygienischen Bedingungen in einigen der am stärksten unterentwickelten Regionen der Welt mitgeholfen. Nach einem mehrjährigen Aufenthalt in Südamerika und Afrika verschlug es ihn im Jahr 2006 ins tibetische Shigatse, wo er seither als Chef des Schweizerischen Roten Kreuzes mit zehn einheimischen Ärzten zusammenarbeitet.

Auf dem Dach der Welt ist die Sonneneinstrahlung besonders stark und damit leicht schädlich für die Augen. So erkranken die Menschen im Himalaya prozentual öfters an Grauem Star. Bruno Gremion und sein Team leisten Aufklärungsarbeit und behandeln Menschen, die an Augenkrankheiten leiden. Die Behandlung der Patienten erfolgt immer in Zusammenarbeit mit lokalen Ärzten wie der Westschweizer betont:

“Wir errichten jedes Jahr in Krankenhäusern im Bezirk Shigatse etwa zehn mobile Operationssäle. Im Kreis Shigatse gibt es Leute, die infolge von Grauem Star blind geworden sind. In den Krankenhäusern fehlt es an der notwendigen Einrichtung für Augenoperationen. Wir bringen daher unsere eigene Ausrüstung mit und operieren diese Leute. So haben wir beispielsweise schon die Implantation von ersetzbaren Augenlinsen durchgeführt. Unsere Operationen sind kostenlos und werden von tibetischen Chirurgen geleitet. Wir führen jedes Jahr etwa eintausend Operationen durch.”

Gremion und sein Team bilden auch lokale Fachkräfte aus. Seit seiner Ankunft wurden in allen 18 Kreisen und Gemeinden des Bezirks Shigatse Augenärzte ausgebildet. Parallel dazu wurden die Schüler in Shigatse systematisch auf Augenkrankheiten hin untersucht. Gremion und seine Kollegen sind bemüht, die Prävention und Behandlung von Augenkrankheiten in Shigatse zu verstärken.

Neben ihrer eigentlichen Arbeit hat das Team von Gremion noch einige weitere Hilfsprojekte aufgegleist. Unter anderem bieten sie Schwangeren in den abgelegenen Dörfern kostenlose Untersuchungen an, behandeln kranke Kinder oder vermitteln den Bewohnern medizinische Grundkenntnisse. Zudem haben die ausländischen Mediziner auch einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der regionalen Trinkwasserversorgung geleistet.

Gremion und seine Kollegen sind jedes Jahr sechs Monate lang in den verschiedenen Dörfern in Shigatse unterwegs. Viele dieser Dörfer liegen sehr abgeschieden und alles andere als nah beieinander. Es kann schon mal vorkommen, dass das Team von Gremion einen ganzen Tag im Auto verbringt.

Die gewaltigen Dimensionen von Tibet sind für den Schweizer immer wieder eindrücklich. Shigatse sei mehr als dreimal so groß wie seine Heimat, sagt Gremion lächelnd. Dafür habe Shigatse aber nur knapp einen Zehntel der Einwohner der Schweiz. In einem so dünn besiedelten, unwirtlichen Gebiet zu arbeiten, ist unwahrscheinlich Kräfte raubend. Gremion nimmts jedoch gelassen:

“Ich versuche die Probleme, denen wir regelmäßig begegnen, als Herausforderungen zu betrachten. Unsere Kooperationspartner haben uns bisher sehr gut unterstützt. Trotz diversen Schwierigkeiten ist unsere Arbeit nie ins Stocken geraten. Ganz im Gegenteil: ich habe schon an vielen Orten gearbeitet. Ich habe aber das Gefühl, dass unsere Resultate noch nie so gut waren wie hier in Tibet. Die Menschen in den Dörfern schätzen unsere Arbeit. Ich komme aus der Schweiz. In meiner Heimat gibt es wie in Tibet viele Berge. Als Bergler ist es eine große Ehre für mich, in Tibet arbeiten zu dürfen. Mir gefallen hier nicht die Umwelt oder die Kultur am besten, sondern die Menschen.”

Seit Beginn seiner Tätigkeit in Tibet vor fünf Jahren hat Gremion jedes Jahr lediglich drei Wochen mit seiner Familie in der Schweiz verbringen können. Im nächsten Jahr geht seine Mission auf dem Dach der Welt zu Ende. Danach wird Gremion seine humanitäre Hilfsarbeit in Afrika weiterführen. Genau gesagt im Königreich Swaziland, wo er sich für die Verbesserung der hygienisch-medizinischen Bedingungen einsetzen wird:

“Welche Arbeit ich in Zukunft auch verrichten werde, wichtig ist einfach, dass mir diese Arbeit ein Gefühl der Befriedigung verschafft. Je mehr ein Mensch an einem Ort benötigt wird, desto größer sein Selbstwertgefühl. Ich will jenen Menschen helfen, die meine Hilfe brauchen.”

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Quellen:
Chinabroadcast


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