Vier Tibeter wegen versuchter Flucht zu Haftstrafen verurteilt
Anklage wegen „separatistischen Verhaltens“ und der versuchten Flucht nach Indien.
Ein chinesisches Gericht in Lhasa verurteilte unter der Anklage „separatistischen Verhaltens“ und der versuchten Flucht nach Indien vier Tibeter zu verschieden langen Haftstrafen.
Das Mittlere Volksgericht von Lhasa sprach am 22. Dezember 2010 das Urteil über die vier Tibeter Tsewang, 23, aus dem Kreis Nyemo, Lobsang Dhondor aus dem Kreis Damshung, Wangdak Nyima, 40, aus dem Kreis Damshung, und Dhondup Dorjee aus Lhasa.
Sie wurden auf ihrem Weg nach Indien zum Sitz des Dalai Lama festgenommen. Tsewang und Lobsang Dhondor bekamen jeweils zwei Jahre Gefängnis, Wangdak Nyima drei Jahre und Dhondup Dorjee vier Jahre.
Erst kürzlich, im Oktober 2010, wurde der 30jährige Chime Tashi aus dem Bezirk Driru inhaftiert, weil er aus Tibet fliehen wollte, und daraufhin zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt (1).
Hunderte von Tibetern riskieren jedes Jahr ihr Leben, indem sie die gefährliche Reise über die Berge antreten. Nepal, in dem es keine Asylgesetzgebung gibt, hat seit kurzem die Überwachung seiner Grenze auf den Druck Chinas hin empfindlich verschärft, so daß den Tibetern die Flucht kaum mehr möglich ist. Im Juni 2010 lieferte Nepal drei tibetische Flüchtlinge an die chinesischen Behörden aus, worüber sich die Vereinten Nationen besorgt äußerten (2).
In der Vergangenheit entkamen jedes Jahr zwischen zweieinhalb und dreitausend Tibeter über Nepal nach Indien. Seit 2008 ist diese Zahl dramatisch gesunken.
(1) Artikel 3. Januar 2011, „Tibeter wegen Pilgerfahrt nach Indien zu zwei Jahren Haft verurteilt/Vier Jahre Gefängnis für tibetischen Mönch wegen „Separatismus“
(2) Artikel 28. Juli 2010, UN besorgt über Nepals Zurückführung dreier tibetischer Flüchtlinge“
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Tags: China, Tibet, Flucht, Haft, Indien, Asyl
Quellen:
IGFM München
Phayul

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